wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen verlautbart wurde, kann die Bundesregierung keine fünftausend Klappspaten liefern, da die Industrie nicht in der Lage ist, diese nachzuproduzieren. „Ironie off“
Autor: Tizianblau
Kontakt
Es ist schon merkwürdig. Da machen wir Menschen uns ernsthaft Gedanken, wie wir mit anderen Zivilisationen im fernen Weltenall, im Falle des Falles, Kontakt aufnehmen, – oder uns etwa sogar austauschen.
„Ja lieber Herr / liebe Frau Alien, wie ist es Ihnen ergangen, was macht die werte Familie?“
Vor etas mehr als 37 Jahren bin ich aus der Region Düsseldorf in die Eifel umgezogen. Der alte Freundeskreis, die alten Bekannten haben sich im Laufe der vielen vergangenen Jahre deutlich reduziert. Eine von mir sehr geschätzte Kommilitonin, mit der ich über viele Jahre in einer Arbeitsgruppe sowohl „Psychologie“ als auch „Methoden der Sozialen Arbeit“ studiert und im wahrsten Sinne des Wortes „erarbeitet“ hatte, ist ebenfalls in diesem Zeitraum umgezogen, eine neue Adresse hatte ich nicht und ich selbst war ja auch „weg“. Ein Dilemma. Aber in Zeiten des Internets habe ich mich bisweilen mal auf die Suche gemacht um sie zu finden. Nach vielen Jahren ist mir dann ein Treffer gelungen, eine vorsichtige (könnte ja sein es handelt sich um eine andere Alien) Anfrage von mir wurde beantwortet, es kam zu einem netten Telefonat. Ich war sehr froh U. gefunden zu haben. Auf meine letzte Mail vergangenen Oktober kam aber keine weitere Reaktion. Da hatte ich nicht mit gerechnet. Das konnte nur damit zusammen hängen, dass die E-Mail Adresse…. – habe ich da irgendwas falsch notiert? Aber- ich bin doch immer gut erreichbar, zumal ich doch immer meine komplette Adresse mit Telefonnummer IMMER im E-Mail Anhang dabei, sollte meine Mail verloren gegangen sein? Spam Ordner?

Mitte Juli habe ich es wissen wollen und habe nach knapp 9 Monaten ohne Antwort, eine Mail an U. geschickt. Auf die kam eine Antwort noch innerhalb der ersten Woche. Ja die Zeit läuft, nein sie rennt, liebe U. da gebe ich dir recht. Es ist nun so, dass Zeit somit auch und vor allen Dingen kostbar ist.
Ich muss mir die einteilen.
Heinz B. – es ist vollbracht
am 08.August hat es Heinz endlich geschafft. Inzwischen ist er, wie man sagte, schon in einem anonymen Urnengrab in Bitburg beerdigt.
Die Zeit rennt….

Heinz B.
Christel kam vorgestern morgen zu uns. Dem Heinz ginge es nicht so gut. Ob ich mich damit auskenne? Ich bin rüber gegangen, Heinz war entgegen seiner Art nicht gut zu Fuß. Gangunsicher, ob es wohl ein Schlaganfall ist?. Ich meine nein, aber sicherheitshalber untersuchen schon. Arzt anrufen, Rettungswagen anrufen, der kommt gegen 11 Uhr, nimmt Heinz mit in Krankenhaus nach Bitburg. Dort bleibt Heinz im Flur sitzen bis 19 Uhr. Dann bekommt er was zu trinken und einen Keks. Schließlich ein Bett. Im Laufe des Folgetages wird er ohne Befund untersucht. Heute drei Tage später soll er in ein Pflegeheim. Christel lehnt das ab. Gleich kommt der Krankentransport mit Heinz. Ich werde helfen.

Frau Zender
Die Mutter vom Bauern Zender ist am 07.01.2023 mit 99,5 Jahren verstorben.
Weihnachtsferien
In diesem Jahr sind die Weihnachtsferien ausserordentlich kurz. Sie beginnen direkt mit dem Freitag vor Weihnachtsabend und enden mit dem Neujahrstag. Es geht am Freitag direkt los mit dem Feier- und Feriengefühl. Anja und ich laden den Autoanhänger ordentlich mit Brennholz für Anjas Eltern, Anna kommt aus Trier nach Hause. Ihre Pferde warten auf sie, der Hausputz, ihr Apartment auf „Vordermann“ bringen, dann der Tannenbaum, den sie so gerne aufstellt und schmückt, dann „Aschenbrödel“, der kleine Lord, Heiligabend, das gemeinsame Heiligabend-Festessen, anschließend Bescherung. Am ersten Feiertag dreht sich vieles um Pferde, Spiele, Wednesday, Raclette. Der zweite Feiertag ist Besuchstag bei Anjas Eltern, den „Großen Eltern“. Wir starten früh und sind um halb Elf da. Mit dabei der schon erwähnte Anhänger mit dem Brennholz, eine Tochter Anna, die Hunde Flip und Lola und zwei Eltern. Bei Werner und Annelie wird gebruncht, es gibt Spaghetti und Hackfleischsauce und als kulnarischer Höhepunkt die legendäre „Schwarzwälder“ von Oma Annelie. Schon Tage vorher im Entstehungsprozess ist sie Thema. Hoffentlich wird sie wieder gut. Ja, sie ist wieder hervorragend geworden. Schon um 14 Uhr muss Anna am Bahnhof in Kirn sein. Sie will noch weiter zu ihrem Freund Niklas. Ein Familienbesuch ist geplant mit dreitägigem Hotelaufenthalt. Am 30.12. will Anna wieder bei uns auf der Burg sein. Wir fahren direkt wieder nach Hause, zwei Pferde warten auf die nächste Fuhre Heu, da dürfen wir nicht säumen. Es ist schon dunkel als wir zurück sind. Anna vermeldet, dass sie gut angekommen ist.

Die Tage vergehen wie im Fluge. Neben den alltäglichen Arbeiten, Aufgaben und Pflichten, wie z.B. Kochen und zubereiten der Mahlzeiten, Brennholz machen, Pferde versorgen und den Hunden zu Auslauf zu verschaffen, ist einiges zu tun. Noch im „alten Jahr“ wenden wir uns der Weidepflege zu. Am Rande einer unserer Weiden ist eine etwa 130 Meter lange Hecke, über die Jahre arg in die Pferdeweide hinein gewachsen. Die muss nun zurück geschnitten werden. Am Ende sind es fast drei Meter Rückschnitt. Hubert unser Verpächter und Kartoffelbauer packt mit an, er schneidet mit der Kettensäge zurück, wir schaffen den Heckenschnitt weg, flechten ihn zwischen den stehen gebliebenen Heckenbäumen ein, damit für die Tier- und Pflanzenwelt ein schützendes Dickicht entsteht. Die dickeren herausgeschnittenen Stämme werden zur Seite gelegt und später Anfang des neuen Jahres mit dem großen Anhänger abgeholt umd daraus Brennholz zu gewinnen. Es kommt da eine riesige Menge, etwa 4 Raummeter an Holz, zusammen. Im neuen Jahr sind die Weihnachtsferien für Anja vorbei. Der Schuldienst ruft. Papa und Anna allein zu Haus. Anna arbeitet an einer Prüfungsarbeit. Ein Referat das sie in der kommenden Woche halten soll. Kurz Anna ist da und gleichzeitig nicht da.

Am Dienstag, den 03.Januar muss ich noch einige Heuballen für die Pferde beim Bauern in Niederweis abholen. Der Bauer erzählt mir, sichtlich ergriffen, dass seine Mutter bisher alles noch allein konnte und das obwohl sie schon über 99 Jahre alt ist. Nur seit Vorgestern würde sie weder essen noch trinken. Das sieht nicht gut aus, sage ich ihm. Er weiss das und denkt, dass sie bald gehen wird. Später beim Heu einlagern im Stall fahre ich mir eine Hydraulikleitung am Frontlader des Traktors ab, die muss nun ersetzt werden. Also zum Landmaschinenhändler meines Vertrauens und Ersatzteile besorgen. Zu Hause Montage der neuen Teile, was fehlt ist Hydrauliköl. Das besorge ich am Folgetag beim Fachhandel in Wittlich. 20 Liter STOU/UTTO, roter Kanister, Ebbe im Portemonaie. 105 Euro. Dann, mit Hydauliköl ausgestattet kann das Stammholz der Hecke abgeholt werden. Kaum ist es auf dem Anhänger, fängt es an zu schütten wie aus Eimern. Ab nach Hause, Hänger rückwärts einparken und Tee trinken. Donnerstag früh Kommt Rainer um mir beim Fällen einer alten großen Birke zu helfen. Die ist über die Jahre schon mehrmals zurück geschnitten worden und jetzt beginnt sie faulig zu werden, es ist also an der Zeit sie zu fällen. Wie immer ist irgendwas vorher noch zu tun. Der Anhänger ist noch fertig abzuladen. Die erste Hälfte habe ich schon in Meterstücken zum Holzlagerplatz gefahren, jetzt noch mit Rainer den Rest abladen, den Anhänger auf die Weide fahren, damit er „aus den Füssen“ ist. Inzwischen hat Rainer ein langes Seil an der Birke befestigt. Wieder zurück soll ich das Seil ziehen und der Birke helfen die Richtung zu finden. Gesagt getan. Aus dem langen Stamm werden Meterstücke geschnitten, die nun auf das Spalten warten. Ergibt weitere 4 Raummeter Brennholz. Am Freitag steigt uns Annas Freund Niklas aufs Dach. Er ist gelernter Höhenretter und wird nun fachmännisch die drei Dachfenster von Moos befreien und die Scheiben putzen. Was ein Profi!

Die Zeit vergeht im Fluge, auch das Wochenende ist im Nu vorbei. Anna und Anja sind mit ihren Hausarbeiten beschäftigt. Anna an ihrer Prüfungsvorbereitung und Anja an der Benotung ihrer Schüler. Wie so oft müssen Klassenarbeiten konzipiert und später ausgewertet und benotet werden. Wer von den Zeitgenossen mal wieder behauptet, dass Lehrer nichts tun, der bekommt von mir mal ordentlich meine Meinung gegeigt. Am Sonntag ist Annas Abreise nach Trier. Sie will noch später mit Niklas essen gehen. Bei der Veraabschiedung bedankt sich Anna mit den Worten: „Es waren wunderschöne zwei Wochen bei euch!“. Da habe ich mir sehr gefreut, dass es ihr gefallen hat. Besser so als anders, oder? Im Nachgang ist mir dieser Satz mehrmals durch den Kopf gegangen. Ja, ok, das Kind ist jetzt groß. sie war bei uns zu Besuch. Und, – es hat ihr gut gefallen.
Schatzkästchen auf…
… reingucken. Komische Sachen drin. Aber auch gute. When I am sixtyfive!
Großkampftag
Heute wollen sie es wohl auch alle wissen. Telefon bimmelt. Wenn der Bimmelton „merkwürdig“ ist, ist meistens niemand dran, den ich mag. Der Bimmelton ist merkwürdig. Keine Ahnung wie das Telefon das macht, dass es diesen speziellen Ton hat, normalerweise bimmelt es „normal“. Ok. Es ist jemand dran der nuschelt, also ich verstehe weder Namen noch Anliegen das er hat. Ich kann lediglich erkennen, dass der Anrufende ein „er“ ist. Er will mir eine kostenlos Beratung zum Thema Photovoltaik schenken. Und zufällig hat er kommende Woche in meinem Wohngebiet einen Beratungstermin frei. Ich teile ihm mit, dass das jetzt ganz blöd ist, denn ich habe keinen Beratungstermin frei, vielleicht kommendes Jahr mal wieder. Telefonat beendet.
Ich bereite mir einen Kaffee zu. Frisch den Kaffee mahlen, Cafetiera befüllen und auf die Flamme setzten. Musik an (Cocolino Deep) und entspannen.
Das Telefon bimmelt. Das heisst nein, es bimmelt nicht, es macht „merkwürdige“ Geräusche. Ich gehe ran, die sehr freundliche Frau Schneider ist auf der anderen Seite dran, sie meint kommende Woche wäre sie zufällig in meiner Wohnortnähe und bietet mir an, mich hinsichtlich einer neuen Photovoltaikanlage, meiner nämlich, zu beraten. Kostenlos natürlich.
Als ich ihr mitteile, dass ich ihrem Kollegen vor bummelig 20 Minuten schon gesagt habe, dass ich keinen Beratungstermin frei habe, legt die freundliche Frau Schneider ohne Grußfloskel auf.
Es ist früher Abend geworden. Mein neuer Kaffee ist auf dem Gasherd und wird soeben fertig, wie ich am sonoren Brodeln hören kann. Da bimmelt das Telefon. Wieder macht es merkwürdige Geräusche und es schwant mir was. Ich gehe ran und man glaubt es kaum, am anderen Ende ist das Forsa-Institut. Ob ich denn bereit wäre für ein kleines Interview. Natürlich bin ich dazu bereit. Was denn sonst? Ja, meint die Dame am Telefon, ob denn in meinem Haushalt eine Person leben würde die zwischen 18 und 29 Jahre alt ist. Das muss ich leider verneinen. Sie würde gerne das Interview mit der Person in meinem Haushalt machen, die zuletzt Geburtstag hatte, lässt sie mich wissen. Das ist ganz schlecht, teile ich ihr mit, denn die Person ist nicht im Hause. Wann diese Person denn wieder zu sprechen wäre, fragt die nette Stimme am Telefon. Das konnte ich ihr leider nicht sagen, denn weiss man das so genau?
Der Kaffee war wie immer bei uns, sehr lecker.
Rauch…
Wenn dich deine Vergangenheit zu sehr beschäftigt, denk an den Rauch einer Zigarette. Du kriegst ihn nicht mehr in sie zurück. Und darüber zu grübeln, wie du es schaffen könntest, ist reine Zeitverschwendung.
Roman Pestak
Es war einmal…
„Die Vergangenheit läßt dir ausrichten, du sollst sie endlich in Ruhe lassen“
© Pavel Kosorin