Eintrag vom 30.07.1983

Aus meinem Reisetagebuch der Sommerreise um Frankreich herum, durch Norditalien, durch die Schweiz, Liechtenstein, südliches Baden-Würtemberg und die Vogesen: „Habe mir den “Spiegel” gekauft dort ist ein Artikel über Louise Brooks: “Liebe in Berlin und Hollywood” in dem u.a. steht: “Ich habe nie etwas verschenkt ohne den Wunsch es zu behalten; habe nie etwas behalten ohne den Wunsch es zu verschenken.”  ….30.07.1983″.

Sunday Morning

Drei Uhr, hustender Hund muss Pipi, nicht hustender Hund nutzt die Gelegenheit und flitzt mit, raus, rein, alle auf Ausgangsposition, schwupps… sechs Uhr hustender Hund hüpft heftig mit Anlauf ins Bett und will schlafen, nicht hustender Hund schmeisst sich voll in Deckung und befindet sich fortan im Lesesessel, „sechsuhrzehn“ der Wecker weckt, Kaffee kochen, rein damit in den hohlen Kopf, Anziehsachen für Stallarbeit suchen und finden!, ab zu den Pferden um sie mit ihrem Frühstück zu versorgen, Blick nach oben, oh, jetzt aber schnell, da kommt fetter Regen, unterwegs nach Haus: tolle Idee was ich mit dem gestern von mir reparierten Moulinex-Grill ausprobieren könnte, wahrend ich das vorbereite, fängt der Regen an, heftig, zweiter Kaffee schmeckt gut, inzwischen nicht mehr hustender Hund liegt gekonnt und strategisch sehr geschickt mitten im Flur und fördert damit mein morgendliches Workout, Frystykk war lecker, es lebe hoch die Metzgerei Georg in Niederbrombach, es ist Zeit dem hustenden Hund seine Meds versteckt in einem Teelöffel voll Frischkäse, zu verabreichen. Damit der nicht hustende Hund sich nicht zurückgesetzt fühlt, bekommt sie auch nen Teelöffel Frischkäse. denke inzwischen drüber nach mir noch was an Ruhe zu gönnen, Lola (der nicht hustende Hund) liegt schon wieder „voll in Deckung“, diesmal auf der Couch allerdings nicht der Hundecouch, Flip (der hustende Hund) blockert aus Umweltschutzgründen die Startbahn der Prümerburg…….Es wird zu Verzögerungen durch Fluchverkehr kommen! Der hustende Hund ist müde. Er schläft. Der nicht hustende Hund ist müde und schläft. Draussen rotten sich Regenwolken zusammen und machen keinen Sommer. Sunday Morning!

ausdifferenziert…

Es gab einmal Zeiten, in denen es völlig ausreichte, zu sagen „Ich liebe das Leben.“ oder „Ich liebe italiensches Essen.“ oder…. „Ich habe gern mit Menschen zu tun“. Das tut man aber heute nicht mehr.

Es ist schwer sich kritisch mit den Veränderungen im „Miteinander“ auseinander zu setzen. Liegt mir doch auf der Zunge zu sagen, „woke“ ist nicht alles. Beim näheren Betrachten dieses Gedanken, fällt mir die Kampagne von Donald Bulldozer ein „Wake, not woke“. Dem will ich nun auch nicht das Wort reden, dem bestimmt nicht. Also was?

Es ist heute sogar beliebt geworden, Entschuldigungen oder Gründe für die Entfesselung eines Krieges zu finden und sich dabei toll zu finden weil man intellektuell in der Lage ist, das „Für und Wider“ so kritisch zu betrachten. Beispielsweise: Der Ukrainekrieg ist gerecht, weil die … / Der Ukrainekrieg ist notwendig, weil….. „Ukraine so oder so ist“ (beliebige Gründe)…. „Der Westen den armen Putin dazu gezwungen hat.“… „wegen der Osterweiterung“….“weil die Mücke von links nach rechts geflogen ist und nicht anders herum“ und nein liebe Sarah, du hast mich enttäuscht. Gut dass diese Täuschung vorüber ist.

Es geht nur so, dass man mit dem Ausdifferenzieren aufhört. Klare Stellung beziehen, nicht hin- und her lavieren, den eigenen Standpunkt vertreten.

„Ich liebe das Leben!“ Punkt. Man muss das nicht ausdifferenzieren. Wer stattdessen sagen will „Ich liebe das Leben nicht!“, auch gut.

„Ich liebe italiensches Essen!“ Das heisst nicht, dass ich anderes Essen nicht mag oder liebe. Was bleibt ist, dass man italiensches Essen liebt. Man kann gleichzeitig beispielsweise auch die schlesische Küche lieben. Wo ist das Problem? Ich habe das für mich so gelöst: Es gilt der Grundsatz, das Gebot, das was Menschen tun sollen und das was sie nicht tun sollen.

Ohne Ausdifferenzierung.

Du sollst nicht töten. Hat man schon mal irgendwo gehört. Mehr braucht es nicht. Da gehört kein … .“aber“ hin.

Du sollst nicht töten! Punkt.

Staufenberg, Peter Kurzeck Platz

Lässigkeitsfaktor minus 10

Heute morgen in Luxembourg auf der Tanke. Es ist eine größere Tankstelle, just vor mir fährt ein silberner Audi-Schlag-Mich-Tot-Golf-Verschnitt an die erste von drei Zapfsäulen. Ich direkt an der nächsten, hinter mir kommt ein Mercedes zu stehen. Ich bin mit „Auto Bub“ unterwegs, der Tank ist sicher fast leer, los gehts. Ich steige aus, öffne den Tankverschluss und stecke den Zapfhahn in den Tankstutzen. Angelegentlich bemerke ich, dass just in diesem Moment, der Fahrer des Audi aussteigt und an den Tankdeckel heran tritt. Er schließt diesen noch auf, Schlüssel steckt im abschließbaren Tankdeckel der wiederum hängt am Auto fest, damit der ja nicht verloren geht, da entscheidet er sich das Auto etwa 50cm weiter vor zu fahren, vermutlich weil er der Ansicht ist, dass dann das Tanken viel besser funktioniert. Er geht zur Fahrertüre, setzt sich ins Auto, bemerkt die Abwesenheit des Zündschlüssels und geht den mal am Tankdeckel holen. Er setzt schließlich sein Auto etwa zwei Meter vor, womit er zweierlei bewirkt hat, a) vor dem Auto kommt keiner mehr an ihm vorbei und b) er muss den Tankschlauch jetzt ziemlich weit hinaus ziehen, damit er tanken kann. Bei knapp 70 Litern ist „Auto-Bub“ satt, der Tank vom Audi war schneller voll, der junge Mann ist vor mir an der Kasse. Scheinbar klappt das mit der Visa Card nicht so wie erhofft, immer wieder versucht der Mann das Kärtchen zum funktionieren zu bringen. „Verstehe ich garnicht, in Japan hat die immer funktionert“, sagt er der Kassiererin. Die fragt ob er denn irgendwie anders zahlen könnte, kann er, er verfügt noch über eine andere Karte. Da ist der junge Mann aber froh und beginnt mit „Small-Talk“. Man hat Zeit und keine Eile. Trifft aber nicht wirklich auf mich zu. In luxembourger Manier, grüße ich beide mit einem fröhlichen „Mojen!“, beide werden erstaunt wach und ich bin dran mit zahlen. Meine Karte funktioniert, wahrscheinlich nur deshalb, weil die noch nie in Japan war? Alles ist gezahlt, ich entere das Auto, da steht der junge Mann rechts neben seinem Auto und tut irgendwas. Keine Ahnung was. Dann geht er zu seiner Fahrertür, geht weiter um das Auto herum, schickt sich an, wieder in die Tankstelle zu gehen. Nun ist aber die Durchfahrt für mich, durch sein schlau geparktes Auto blockiert. Ich hupe kurz und gebe ihm in Zeichensprache zu verstehen, dass ich da nicht drumherum komme. Der junge Mann schaut mich an, geht aber dann weiter, hält aber dann doch inne, denn, ich habe inzwischen auf Dauerhupe geschaltet. Sichtlich genervt setzt er sich in sein Auto, rangiert maximal doof im Zapfsäulenbereich herum, zieht dann schließlich zackig vor und an mir vorbei und ganz lässig bietet er mir den Autofahrergruß mit dem gestreckten Mittelfinger und schaut dabei recht überheblich. (Zu viele doofe Filme geschaut?) Er verlässt die Tankstelle entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung, biegt dann rechts auf die Straße ein und fährt genau in meine Richtung. Ich komme direkt als Nächster. Da fährt der junge Mann mit seinem Audi nach 50 Metern rechts auf einen Parkstreifen und bleibt stehen. Oh Wunder, direkt daneben hält auch ein alter Militär Mercedes Bus mitten auf der Straße an, Oliv-Grün. Tarnfarben, sowas fällt kaum auf in Luxembourg. Der Fahrer, also ich, steigt aus und geht zu dem jungen Mann mit der Streckspastik im Mittelfinger. „Wie war das doch gleich mit dem Stinkefinger junger Mann?“ Damit hat der Knilch nicht gerechnet. „Ja Entschuldigung!“ entgegnet er reichlich genervt. „Mir hat man gerade das TÜV-Zeichen geklaut, davon wollte ich nur gerade ein Foto machen!“ „Und das muss direkt an der Zapfsäule passieren, wo sie Ihr Auto so bescheuert abgestellt haben, dass keiner mehr vorbei kommt?“ „Tut mir Leid !! Das ist alles nicht so einfach!“ und er hält mir mit genervter Miene seine rechte Hand entgegen, die eine Bandage um Handgelenk und Daumen hat. „Das tut ihnen überhaupt nicht leid, das ist lediglich eine Floskel von Ihnen, sie verhalten sich wie ein kleines verwöhntes Kind.“ „Dann bin ich eben ein kleines Kind!“ meint er noch. „Ein ganz kleines“ rufe ich ihm beim Einsteigen in mein Auto zu.

4 Liter Hubraum fangen zu leben an, als ich weiter fahre.

Auto Bub entspannt

Morgens in der Südeifel

Man staunt. Also heute ist so ein Paradetag für allen möglichen Irrsinn. Alles was gleich hier steht, ist heute früh nach 6:30Uhr passiert.

Lieselotte, einsatzbereit

Mit unserem kleinen Auto namens Lieselotte das als „Multi-Purpose-Vehicle“ bei uns seinen Dienst tut, fahre ich wie so oft, Anja meine Frau hinunter nach Niederweis, dort steigt sie dann in den Linienbus nach Bitburg, vom ZOB läuft sie paar Minuten bis zu ihrer Schule, wo sie versucht Wissen zu vermitteln. Ehrlich gesagt, kein leichter Job. Ok, am heutigen Morgen habe ich so einiges auf der Agenda stehen. Es steht also an: Tanken in „D“, weil ganz nötig (Lieselotte), dann Metzger, dann Bäcker, dann Tanken in Lux da dort 20 Cent günstiger pro Liter(die drei Ersatzkanister für die Befüllung des Traktors), dann Heim, dann zu den Pferden, vorher die Kettensäge einpacken… Lieselotte signalisiert mit blinkendem Warnlicht in der Amaturentafel seit gestern abend, dass sie bald keinen Diesel mehr hat. Also steht nach dem Bustransfer um 6:30 Uhr als nächste Aktion das Auftanken von Lieselotte an. Also auf ländlichen Straßen von Niederweis zunächst nach Meckel. Es hatte gestern stark geregnet, heute ist, logo, dicker Nebel. An der Kreuzung halte ich kurz an und schaue ob Autos kommen, gegenüber eine Bushaltestelle. An der steht ein Mädchen, schaut herüber und direkt wieder hinunter auf ihre Hände, Handy verlangt nach Aufmerksamkeit. Ich möchte wetten, dass sie weder wahrgenommen hat, dass da gerade ein Auto war, noch sonst irgendwas, sie ist völlig in ihrer Blase. Ich fahre zur Tanke, ca. 2 Km weiter. Ein Monteursauto kommt mit Carracho von links (da war doch was mit rechts vor links?!) quetscht sich an mir vorbei, schert dann scharf rechts direkt vor mir in eine Parklücke. Vollbremsung von mir, sonst hätte es gekracht. Ok, nicht aufregen, Lieselotte wird getankt, 19,75 Liter, 25 gehen in den Tank, da war noch Platz für paar Kilometer mehr. In der Tankstelle stehen die beiden Monteure und versuchen zwei Tässchen Espresso zu bezahlen. Es feht einem schließlich an 7 Cent. Eine andere Kassenfrau sieht den Stau und macht für mich die weitere Kasse auf. Bezahlt und ab dafür. Als ich den Kassenraum verlasse, ist der Espresso immer noch nicht bezahlt. Die Verkäuferin sagt den Monteuren: Ich will alles Geld. Ob die beiden wohl pleite waren? Von der „Meilbrück“ , wo die Tanke ist, fahre ich über Meckel nach Wolsfeld. Dort ist unser Metzger. Und ja es ist ein Unterschied. Kaufe ein was auf meiner Liste steht, fahre weiter Richtung Ferschweiler, dort ist mein Bäcker. Schulkinder sind auf dem Weg zur Bushaltestelle. Jedes dieser Kinder hat ein Handy in den Flossen. Blick nach unten, aufs Handy gerichtet. Die bekommen nix mehr mit. Jedes Kind in einer innigen Beziehung zu ihrem Mobiltelefon. Den Vogel schiesst ein etwa 10 jähriges Mädchen ab, das auf ihrem Fahrrad fährt, reichlich wackelig obwohl die Straße eigentlich gerade ist und guten Straßenbelag hat. Da sehe ich, in der rechten Hand ein Handy mit dem sie in Interaktion ist. Am Ortsausgang geht rechts ein Feldweg ab. An der Ecke leicht vom Grundstückszaun verdeckt, steht eine blonde Frau mitte 40. Ich denke so bei mir, die geht mit dem Hund gassi. Nö, tut sie nicht, die steht da mit ihrem Handy und telefoniert. Die wirkliche Welt ist ausgeblendet. Es ist schöne Strecke hinauf zum „Wolsfelder Berg“, jetzt Pfingsten war dort wie jedes Jahr zu Pfingsten, das „Wolsfelder Bergrennen“. Danach gehts hinunter nach Holsthum, einigen vieleicht bekannt durch den Holsthumer Siegelhopfen. Unten im Tal über die Brücke der Prüm, hinauf nach Ferschweiler, Bäcker Billen ist dort und der Weg lohnt sich. Sechs Brötchen und ein Kilo Roggenmischbrot. Mit dieser Beute gehts weiter Richtung Ernzen. Am Ortsausgang, es ist neblig und die Sicht ist schlecht, überholt mein Hintermann (ja war ein Mann) obwohl er nicht sehen kann was da kommt, Glück gehabt, kam nix. Die Strecke nach Ernzen ist hügelig, es ist dichter Nebel, was macht die jetzt folgende Autofahrerin? Sie überholt bergauf obwohl sie nicht sehen kann, dass uns ein LKW entgegen kommt. Ich kann den sehen, weil die gute Lieselotte etwas höher ist und ich somit weiter schauen kann. Die völlig hirnlose Fahrerin muss eine Vollbremsung machen und hinter mir einscheren damit es nicht knallt. Aus der Sache nix gelernt, bei der allernächsten Gelegenheit wieder zum Überholen angesetzt. Diesmal kam niemand. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Lieselotte ist übrigens kein 45km/h Auto, nein, sie hat den „großen“ Motor mit 600ccm und verfügt über 15 PS. Damit ist sie knapp 80km/h schnell. An der Tanke in Luxembourg, bin soeben dabei die drei Kanister zu füllen, spricht mich ein Mann an: „Was haben sie denn da für ein tolles kleines Auto!?“ Ich erkäre es ihm, er ist begeistert. Er mag, wie ich kleine praktische Autos. Es geht weiter in Richtung Prümerburg, wo ich ja wohne. Der nächste Ort durch den ich fahren will, ist Irrel. In Irrel kommt ein Auto aus einer Hauseinfahrt und hält an der Straße nicht an. Aber da komme doch ich mit Lieselotte!!! Hupen, Lichthupen und Bremsen sind eins. Derart wachgeküsst, hält die junge Frau denn auch tatsächlich an. Ok, nix passiert, trotzdem Arschlo…. .

Es gibt so Tage.

Verhältnismässig

Wenn jemand den Tod eines Menschen verursacht, dann wird in aller Regel überprüft, ob das mit oder ohne Vorsatz geschehen ist.

Es gibt zum Beispiel Unfälle die einfach so geschehen, oder die aus Fahrlässigkeit geschehen. Wenn bei einem Unfall für den irgendwie keiner was kann, jemand sein Leben lässt, dann ist das für die menschliche Gesellschaft zwar schlimm, bleibt in aller Regel aber straffrei. Wenn hingegen der Unfall durch fahrlässiges Verhalten, jedoch nicht durch Absicht geschah, dann kann man wegen fahrlässigen Handelns angeklagt werden. Bei Unfällen mit Todesfolge wird das eine Strafe nach sich ziehen die man merkt.

Wenn man hingegen einen Unfall mit Absicht herbeiführt und jemand dabei zu Tode kommt, dann wird es eine deftige Anklage geben. Gemildert kann diese Anklage und die daraus resultierende Strafe nun noch durch „mildernde Umstände“, z.B. jemand ist Geisteskrank, jemand war durch Drogen oder Medikamente beeinträchtigt, etc.

Egal wie, die Sache bleibt nicht folgenlos.

Wer allerdings in einem Streit jemanden zu Tode bringt, der wird in aller Regel wegen Totschlags angeklagt und verurteilt. Ausnahme: Notwehr.

Wer geplant und mit Absicht jemanden oder viele um sein Leben bringt, wird, so will es das Gesetz, wegen Mordes angeklagt und in aller Regel auch verurteilt.

Wenn man aber jemanden oder viele dazu bringt, jemanden oder viele umzubringen, dann ist das Anstiftung zum Mord. Wen wundert es: Strafbar.

Allerdings, wenn man jemanden oder viele dazu bringt, jemanden oder viele umzubringen, indem man behauptet, diese „jemanden oder viele“, seien Nazis, dann wohnt man in Moskau und träumt davon Ivan den Wahnsinnigen zu toppen, oder gar Josef den Chefwahnsinnigen, gleich nach Adolf dem Oberchefwahnsinnigen, wobei ,der gilt nicht der war ja Nazi. Solche Anstifter und Völkermordplaner werden dann angeklagt, zur Fahndung ausgeschrieben. Im Gegenzug werden die Ankläger werden ihrerseits zur Fahndung ausgeschrieben, die Tatsachen werden soweit verdreht bis die ihnen passen, es wird gelogen, dass sich die Balken biegen und Pinoccios Nase ist geradezu klein im Vergleich mit deren Gewächs. Aber solche machen weiter, solche schaffen es Anhänger hinter sich zu versammeln. Die ihrerseits sind bereit zu töten, zu morden, platt zu machen. Was für eine Welt. Butscha, Mariopol, Irpin, es fällt schwer die ganzen Ortsnamen zu nennen, in denen Gräuel, von diesem Despoten hervorgerufen, geschehen sind.

Irre!

Stoppok

Früher war nicht alles besser, jedenfalls nicht alles besser, früher war aber auf jeden Fall alles anders, wenigstens fast alles. Meine erste Schallplatte habe ich im damaligen Radio und Fernsehgeschäft „Doehlert“ in Dormagen erstanden. Die hatten auch eine Schallplattenecke. 45er und später auch 33er konnte man dort aussuchen und bei Interesse auch mal per Kopfhörer (Ein Hörer um hören, keine zwei und den musste man noch mit der Hand festhalten. Also meine erste Scheibe war eine Single mit dem Titel „Amarillo“, dieser Titel war damals in den Charts und damals hiessen Charts einfach nur Hitparade, die gab es am Wochenende im Radio von RTL Luxembourg mit Frank Elsner, manchmal auch mit Camillo Felgen. Meine zweite Platte, da war ich schon älter, war eine LP mit 33rpm und die hieß „Fireball“ von Deep Purple. Die mußte ich bei Doehlert bestellen. Solche Musik hatten die nicht im Angebot. In der Zeit war ich in Neuss auf der Schule und dort waren die großen Kaufhäuser. Neben Kaufhof auch Quelle. Das Quelle-Kaufhaus. Deren Schallplattenabteilung war deutlich größer als die von Radio Doehlert. Die finanziellen Mittel waren als Schüler damals arg eingeschränkt. Eine Schallplatte zu kaufen war eher sehr selten möglich. Aber eines Tages habe ich die zweite LP, die dritte Schallplatte überhaupt erstanden. Eben im Quelle Kaufhaus. Nach langer Betrachtung und schließlich dem Kaufbeschluss brachte ich dann die LP „Meddle“ von Pink Floyd nach Hause. Ich kannte damals die Band noch nicht, aber das Cover hatte mir sehr gut gefallen. In die Platte reinhören konnte man bei Quelle nicht. Also quasi ein „Taubkauf“. Zu Hause angekommen wurde mein Plattenspieler (Dual Koffergerät) angeworfen und gehört. Von „One of these Days“ war ich schlicht begeistert. Die anderen Stücke brauchten eine gewisse Zeit, bis ich erkannt hatte, wie genial die sind. Meine Eltern hingegen baten mich recht bald zum Gespräch und äußerten mir ihre Sorge, was das mit dieser Musik auf sich hätte, ob ich etwa Drogen nehmen würde. Guten Gewissens konnte ich das entrüstet verneinen. Mein Musikgeschmack war aber fortan verdorben. Mitte der Siebziger Jahre hörte man von einem Musikgeschäft, das dem sagenumwobenen Eldorado gleich kommen sollte. Es gab dort High-Fi Geräte in allen Preisklassen und eine unvorstellbar große Plattenabteilung. Ab da wurde alle Vierteljahre eine Wallfahrt nach Köln unternommen um „Platten zu kaufen“. Mit der Bahn zum Kölner Hauptbahnhof, dann mit U-Bahn zum „Hansa-Gebäude“. Dort war „Saturn“. Mit dem Geld, das ich investieren konnte wurde so gut wie möglich gehaushaltet. Platten gab es reichlich in verschiedenen Preiskathegorien. Alles hatten runde farbige Aufkleber und jede Farbe hatte einen bestimmten Preis. Zwei, drei Scheiben waren immer fällig. Bei genügend Barschaft auch mal mehr. Die skurilste Schallplatte bekam ich einmal von meinen Eltern als Mitbringsel aus einer Kur. „Greatest Rock-n-Roll Hits“ von Arcade. Rock-n-Roll“ war nie so mein Ding. Bis heute. Ok, man kann es hören. Muss es aber nicht. Die irreste Scheibe die ich nie bekommen hatte, war „irgendeine von den Beatles“. Kurz vor meinem Geburtstag meinte meine Arbeitskollegin Maria, dass sie schon wüsste, was ich von meiner Patentante zum Geburtstag bekommen würde. Die beiden sind sich im Bus begegnet und meine Tante fragte an, was sie denn schenken solle, denn sie wäre da unsicher das Richtige auszuwählen. Maria, die mich gut kannte empfahl ihr eine LP von den Beatles. Da war ich beruhigt, als mir Maria das erzählte. Allerdings hat sich meine Patentante für was Bleibendes entschieden, was ihr damit auf sehr gut gelungen ist. Ich werde dieses Geschenk nie vergessen. Ich bekam ein edles Geschenkpäckchen in dem drei mit meinem Monogramm versehende Einstecktaschentücher in wunderschönem Blau eingepackt waren. Glaubt es mir, sowas bleibt. Im Laufe der Jahre kamen noch viele Schallplatten, später CDs, irgendwann auch „mp3s“. Aber heute gab es wieder was Neues, letztlich doch was in altem Gewand. Die neue „Stoppok“ LP ist heute per POST geliefert worden. Vinyl ROT!!! Gleich mal anhören. Aber erst auspacken.

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Müngschesmos…

heute morgen kam mir spontan ein Wort in den Sinn, ungeplant schnell ausgesprochen, sogleich mich über mich selbst wundernd, woher das auf einmal wieder präsent wurde…

Müngschesmos.

Ganz weit aus meiner Kindheit, Jugend dringt es hervor. Meine Mutter benutzte es, dieses Wort. Dabei stammt sie aus Schlesien, verwendete aber häufig die Rheinische Mundart, die sie, siebzehnjährig, nach Flucht und Vertreibung aus ihrer Heimat, in Nievenheim, später in Zons, im Schnelldurchgang erlernte.

Mundgerecht heisst es auf Hochdeutsch.