Weihnachtsferien

In diesem Jahr sind die Weihnachtsferien ausserordentlich kurz. Sie beginnen direkt mit dem Freitag vor Weihnachtsabend und enden mit dem Neujahrstag. Es geht am Freitag direkt los mit dem Feier- und Feriengefühl. Anja und ich laden den Autoanhänger ordentlich mit Brennholz für Anjas Eltern, Anna kommt aus Trier nach Hause. Ihre Pferde warten auf sie, der Hausputz, ihr Apartment auf „Vordermann“ bringen, dann der Tannenbaum, den sie so gerne aufstellt und schmückt, dann „Aschenbrödel“, der kleine Lord, Heiligabend, das gemeinsame Heiligabend-Festessen, anschließend Bescherung. Am ersten Feiertag dreht sich vieles um Pferde, Spiele, Wednesday, Raclette. Der zweite Feiertag ist Besuchstag bei Anjas Eltern, den „Großen Eltern“. Wir starten früh und sind um halb Elf da. Mit dabei der schon erwähnte Anhänger mit dem Brennholz, eine Tochter Anna, die Hunde Flip und Lola und zwei Eltern. Bei Werner und Annelie wird gebruncht, es gibt Spaghetti und Hackfleischsauce und als kulnarischer Höhepunkt die legendäre „Schwarzwälder“ von Oma Annelie. Schon Tage vorher im Entstehungsprozess ist sie Thema. Hoffentlich wird sie wieder gut. Ja, sie ist wieder hervorragend geworden. Schon um 14 Uhr muss Anna am Bahnhof in Kirn sein. Sie will noch weiter zu ihrem Freund Niklas. Ein Familienbesuch ist geplant mit dreitägigem Hotelaufenthalt. Am 30.12. will Anna wieder bei uns auf der Burg sein. Wir fahren direkt wieder nach Hause, zwei Pferde warten auf die nächste Fuhre Heu, da dürfen wir nicht säumen. Es ist schon dunkel als wir zurück sind. Anna vermeldet, dass sie gut angekommen ist.

Zeitreise

Die Tage vergehen wie im Fluge. Neben den alltäglichen Arbeiten, Aufgaben und Pflichten, wie z.B. Kochen und zubereiten der Mahlzeiten, Brennholz machen, Pferde versorgen und den Hunden zu Auslauf zu verschaffen, ist einiges zu tun. Noch im „alten Jahr“ wenden wir uns der Weidepflege zu. Am Rande einer unserer Weiden ist eine etwa 130 Meter lange Hecke, über die Jahre arg in die Pferdeweide hinein gewachsen. Die muss nun zurück geschnitten werden. Am Ende sind es fast drei Meter Rückschnitt. Hubert unser Verpächter und Kartoffelbauer packt mit an, er schneidet mit der Kettensäge zurück, wir schaffen den Heckenschnitt weg, flechten ihn zwischen den stehen gebliebenen Heckenbäumen ein, damit für die Tier- und Pflanzenwelt ein schützendes Dickicht entsteht. Die dickeren herausgeschnittenen Stämme werden zur Seite gelegt und später Anfang des neuen Jahres mit dem großen Anhänger abgeholt umd daraus Brennholz zu gewinnen. Es kommt da eine riesige Menge, etwa 4 Raummeter an Holz, zusammen. Im neuen Jahr sind die Weihnachtsferien für Anja vorbei. Der Schuldienst ruft. Papa und Anna allein zu Haus. Anna arbeitet an einer Prüfungsarbeit. Ein Referat das sie in der kommenden Woche halten soll. Kurz Anna ist da und gleichzeitig nicht da.

Spieleabend mit Anna, Niklas, Anja und mir. Die Hunde sind unterm Tisch.

Am Dienstag, den 03.Januar muss ich noch einige Heuballen für die Pferde beim Bauern in Niederweis abholen. Der Bauer erzählt mir, sichtlich ergriffen, dass seine Mutter bisher alles noch allein konnte und das obwohl sie schon über 99 Jahre alt ist. Nur seit Vorgestern würde sie weder essen noch trinken. Das sieht nicht gut aus, sage ich ihm. Er weiss das und denkt, dass sie bald gehen wird. Später beim Heu einlagern im Stall fahre ich mir eine Hydraulikleitung am Frontlader des Traktors ab, die muss nun ersetzt werden. Also zum Landmaschinenhändler meines Vertrauens und Ersatzteile besorgen. Zu Hause Montage der neuen Teile, was fehlt ist Hydrauliköl. Das besorge ich am Folgetag beim Fachhandel in Wittlich. 20 Liter STOU/UTTO, roter Kanister, Ebbe im Portemonaie. 105 Euro. Dann, mit Hydauliköl ausgestattet kann das Stammholz der Hecke abgeholt werden. Kaum ist es auf dem Anhänger, fängt es an zu schütten wie aus Eimern. Ab nach Hause, Hänger rückwärts einparken und Tee trinken. Donnerstag früh Kommt Rainer um mir beim Fällen einer alten großen Birke zu helfen. Die ist über die Jahre schon mehrmals zurück geschnitten worden und jetzt beginnt sie faulig zu werden, es ist also an der Zeit sie zu fällen. Wie immer ist irgendwas vorher noch zu tun. Der Anhänger ist noch fertig abzuladen. Die erste Hälfte habe ich schon in Meterstücken zum Holzlagerplatz gefahren, jetzt noch mit Rainer den Rest abladen, den Anhänger auf die Weide fahren, damit er „aus den Füssen“ ist. Inzwischen hat Rainer ein langes Seil an der Birke befestigt. Wieder zurück soll ich das Seil ziehen und der Birke helfen die Richtung zu finden. Gesagt getan. Aus dem langen Stamm werden Meterstücke geschnitten, die nun auf das Spalten warten. Ergibt weitere 4 Raummeter Brennholz. Am Freitag steigt uns Annas Freund Niklas aufs Dach. Er ist gelernter Höhenretter und wird nun fachmännisch die drei Dachfenster von Moos befreien und die Scheiben putzen. Was ein Profi!

Höhenretter

Die Zeit vergeht im Fluge, auch das Wochenende ist im Nu vorbei. Anna und Anja sind mit ihren Hausarbeiten beschäftigt. Anna an ihrer Prüfungsvorbereitung und Anja an der Benotung ihrer Schüler. Wie so oft müssen Klassenarbeiten konzipiert und später ausgewertet und benotet werden. Wer von den Zeitgenossen mal wieder behauptet, dass Lehrer nichts tun, der bekommt von mir mal ordentlich meine Meinung gegeigt. Am Sonntag ist Annas Abreise nach Trier. Sie will noch später mit Niklas essen gehen. Bei der Veraabschiedung bedankt sich Anna mit den Worten: „Es waren wunderschöne zwei Wochen bei euch!“. Da habe ich mir sehr gefreut, dass es ihr gefallen hat. Besser so als anders, oder? Im Nachgang ist mir dieser Satz mehrmals durch den Kopf gegangen. Ja, ok, das Kind ist jetzt groß. sie war bei uns zu Besuch. Und, – es hat ihr gut gefallen.

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