Wenn einer eine Reha macht….
Eigentlich wäre jetzt Südfrankreich/Italien mit dem Motorrad. Hatte es doch geheissen: „Die Reha, das dauert bestimmt bis mindestens September oder Oktober.“
Am 19.07.2021 bimmelt das Handy, die Reha Klinik ist dran und ist kurz und bündig: „Sie haben die Wahl, entweder kommende Woche Mittwoch oder die Woche darauf.“ Ich erbitte mir eine Nacht Bedenkzeit und rufe am Folgetag zurück. Ebenso kurz und bündig kündige ich mich für den 28.07.2021 an. Ok.

Jetzt bin ich schon ein Stück weiter, zwei Wochen liegen bereits hinter mir, seit heute hat die dritte Woche von fünfen begonnen. Zeit beginnt zu rennen.
Eine der Therapeutinnen wusste mich zu triggern, indem sie was von „Waldgruppe“, „riesen Bäume“ und „Achtsamkeit“ erzählte. Von zwei Gruppen war die Rede, donnerstags die langsame und freitags die schnelle Gruppe.
Die langsamen kämen so auf fünf bis sechs Kilometer, die schnellen elf bis zwölf Kilometer.
Dann war da was von „Gott sei Dank Hütte“ zu hören. Hab ich mir mal erklären lassen und verkündet, die Route mach ich mal allein, in der Gruppe wandern ist nicht mein Ding. Ich werde davon berichten. Samstag hatte ich noch zwei Termine in der Mukkibude, 10 Kilometer Rad fahren und eine halbe Stunde diverse Klötzchen stemmen.
Danach gings los, direkt zu Fuß, vom Mittagessen habe ich mich abgemeldet, unterwegs unten im Dorf zwei Wanderkarten erstanden und ab ging die Post.
Erste Ziel war die „Gott sei Dank Hütte“ recht steiler und stetiger Anstieg, eine Kurve schließt sich der nächsten Kurve an, der Weg zieht sich. Dann ist man da wo zwei Berge aneinander gewachsen sind und dort ist die Hütte. Nach einer Rast geht es weiter mit Ziel Bilsteinklippen. Ein Naturdenkmal, weil dort prähistorische Pflanzenarten irgendwie überlebt haben und dort heimisch sind. Der Ausblick von oben ist genial. Weiter gehts um den Berg Bilstein herum hinunter nach Altwildungen, ständig bergab und es zieht sich. Unten im Tal der „Wilde“ dann die Entscheidung, unten im Tal bleiben und über Reitzenhagen zurück oder bergan nach Bad Wildungen krackseln und von dort zurück.
Ich habe mich für letzteres entschieden und – geflucht. Er hat sich gezogen, ging wie auf der Karte nicht zu ahnen ewig bergan, nur um in einer Siedlung zu landen in der es Anliegerstraßen und viel bergauf und auch bergab gab. Ok, muss ich durch.
Aus Wandern wurde Latschen und Mühsal. Irgendwann wollte ich denn mal Kaffee trinken aber das angekündigte Café war Corona bedingt geschlossen. An der Wandelhalle war noch ein Café, dort gab es Cappuccino. Die Seele hatte Ruh.
Nichts ahnend ging es von dort weiter nach Reinhardshagen, durch den Wald, was von der Temperatur sehr angenehm war, mit 12% Steigung, was sehr anstrengend war, zumal es um 1500 Streckenmeter bergan ging. Nach der Steigung ging es schnell. Rein in die Klink, ab in den Speisesaal. Abendessen.
Ein gewisser Stolz stellte sich doch ein, denn das Wanderründchen war unverhofft zu einer zieeeemlichen Wanderung geworden. Wohin geht es bei der nächsten?







